Informationsveranstaltung zur Flüchtlingshilfe zeigt Kommunikationsbedarf

Die Integrationsbeauftragte des Landes Sachsen-Anhalt, Susi Möbbeck, informiert über Maßnahmen zur Integration.
Die Stühle im Kreistagssaal waren fast bis auf den letzten Platz besetzt. Landrat Götz Ulrich hatte zur Informationsveranstaltung zum Thema Integration und Flüchtlingshilfe geladen und viele waren seiner Einladung gefolgt. Die rund 150 Engagierten, Ehrenamtlichen, Kommunalpolitiker und Asylbewerber hatten viele Fragen. Ein klares Zeichen dafür, dass der Kommunikationsbedarf groß ist.

"Wir haben schon einiges in der Flüchtlingshilfe bewegt, neben positiven Erfahrungen mussten wir aber auch anstrengende Momente und Enttäuschungen erleben", betont das Kreisoberhaupt. Gerade weil das Ziel derzeit noch nicht so richtig zu erkennen sei, so Ulrich weiter, möchten die Mitarbeiter der Kreisverwaltung erfahren, wie sie die Engagierten konkret unterstützen können. Die zentrale Botschaft des Abends brachte Dr. Lars Knopke, Leiter des Amtes für Bildung, Kultur und Sport, auf den Punkt: "Wenn Sie als Engagierte in der Flüchtlingshilfe uns mitnehmen, dann finden wir gemeinsam eine Lösung. Auch wenn wir als Verwaltung noch lange nicht alle Antworten auf die verschiedenen Herausforderungen parat haben, wir werden uns kümmern."

Neben Knopke informierten Volkshochschulleiterin Manuela Andrich und der neue Leiter des Bereichs Integration im Integrations- und Ausländeramt, Thomas Rode, über die Projekte und Unterstützungsmöglichkeiten der Verwaltung. Das Themenfeld war weit. Es reichte vom Angebot der Deutsch- und Integrationskurse über die Beschulung von Kindern bis hin zur Gesundheitsversorgung. Und auch die Ehrenamtlichen und Flüchtlinge nutzten die Gelegenheit, ihre speziellen Probleme und Wünsche zu Gehör zu bringen.

Als besonderen Gast konnte die Integrationsbeauftragte des Landes Sachsen-Anhalt begrüßt werden. Susi Möbbeck stellte ein neues Konzept des Asylantragsverfahrens vor, das den Namen "Heidelberger Modell" trägt und im März beginnen soll. Konkret heißt das, dass das Asylverfahren beschleunigt und die Zeit bis zur Entscheidung nur noch wenige Tage betragen wird. In die Kommunen sollen dann nur noch anerkannte Asylberechtigte kommen. Die Ehrenamtlichen äußerten die Befürchtung, dass damit der Druck auf sie und die Verwaltung weiter steigt, da den Asylberechtigten kaum Zeit bleibe, sich einzugewöhnen. Thomas Rode appellierte an die Engagierten, nicht den Mut und die Energie zu verlieren: "Wir machen keine Integration. Wir können die Menschen, die dafür willens sind, nur begleiten. Das ist ein großer Prozess, der Zeit und vor allem Kraft braucht."



Vorträge und weiterführende Informationen

Die Internetseite "help to" vernetzt alle Menschen, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren möchten. Hier geht's zur Internetseite

Die gehaltenen Vorträge sowie das Infomaterial der Integrationsbeauftragten finden Sie hier im pdf-Format:  

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