UN-Flüchtlingswerk zu Gesprächen im Burgenlandkreis

Burgenlandkreis/09.08.2017Vergangene Woche besuchten Vertreter des Flüchtlingswerks der Vereinten Nationen, kurz UNHCR, den Burgenlandkreis. In individuellen Gesprächen mit Geflüchteten erfuhren Julia Moser und Norbert Trosien viel über die persönliche Situation in Deutschland, über positive Erfahrungen und auch bestehende Problemlagen. Begleitet wurden sie von den Integrationskoordinatorinnen des Burgenlandkreises, Ulrike Reichert und Eva Fabian.

In Naumburg besuchten die beiden Vertreter des Flüchtlingswerks gemeinsam mit der Integrationskoordinatorin Ulrike Reichert einen BAMF-Deutschkurs und sprachen mit den afghanischen Teilnehmern über ihre Erlebnisse im Burgenlandkreis. Wichtig seien solche Gespräche, um die Sichtweisen der Flüchtlinge, Fragen und Bedürfnisse aufzunehmen, so Moser und Trosien. Die Geflüchteten machten regen Gebrauch von der Möglichkeit und brachten Themen wie eine gelingende Integration im Burgenlandkreis, den Zugang zu Sprach- und Integrationskursen, Begleitung durch Dolmetscher bei Behördengängen sowie Integration in Ausbildung und Arbeit zur Sprache. Viele Afghanen seien motiviert, wollen sich einbringen und nicht vom Staat abhängig sein, doch gesetzliche Regelungen würden diese Anstrengungen häufig konterkarieren, waren sich die Teilnehmer einig. So scheine es, als würden die Geflüchteten nur untätig in ihren Unterkünften herumsitzen. "Essen und schlafen - es sieht so aus, als ist das das Einzige, was Flüchtlinge den ganzen Tag machen", so ein junger Afghane. Man wolle arbeiten, etwas für Deutschland tun - dürfe dies aber aufgrund gesetzlicher Vorgaben nicht. Zentral ist in diesem Zusammenhang besonders für die Personen aus Afghanistan, dass sie bislang keinen Zugang zu den Integrationskursen des Bundesministeriums für Migration und Flüchtlinge haben. Sie haben die Möglichkeit an einem ESF-geförderten Sprachkurs teilzunehmen, für diesen benötigen sie jedoch Vorkenntnisse in der deutschen Sprache und müssen bereits alphabetisiert sein. Viele schaffen so gar nicht den Sprung in die Kurse. Der Burgenlandkreis steuert nach, indem er über die Volkshochschule Burgenlandkreis und weitere Träger Erstsprachkurse voranschaltet. Zentral ist in diesem Zusammenhang besonders für die Personen aus Afghanistan, dass sie bislang keinen Zugang zu den Integrationskursen des Bundesministeriums für Migration und Flüchtlinge haben. Sie haben die Möglichkeit an einem ESF geförderten Sprachkurs teilzunehmen, für diesen benötigen sie jedoch Vorkenntnisse in der deutschen Sprache und müssen bereits alphabetisiert sein. Viele schaffen so gar nicht den Sprung in die Kurse. Der Burgenlandkreis steuert nach, indem er über die Volkshochschule Burgenlandkreis und weitere Träger Erstsprachkurse voranschaltet.

In Zeitz und Weißenfels ging es insbesondere um den Kontakt zwischen Deutschen und Geflüchteten. Und auch hier kam dem wichtigen Anliegen des Spracherwerbs wieder eine bedeutende Rolle zu. Trotz des großen haupt- und ehrenamtlichen Engagements wünsche man sich, noch stärker in den Austausch mit der deutschen Bevölkerung zu treten, um mehr über die Gewohnheiten und Lebensweisen zu lernen und vor allem um Sprache praktisch anwenden zu können. Die gemischte Gruppe aus Eritreern, Somaliern und einer Inderin mit Kind äußerte mit Bedauern, dass es noch einige Vorbehalte und diese nur langsam aufzulösen sind. Viele wünschen sich, dass sie im Bundesfreiwilligendienst oder in Minijobs tätig werden können. Sie sehen darin eine Möglichkeit, mit den Menschen in Kontakt zu kommen und im gemeinsamen Alltag die deutsche Sprache zu erlernen. Zudem solle laut den Geflüchteten auch das eigene Engagement, sich zu integrieren, Auswirkungen auf den Aufenthaltsstatus haben. Über solche Wege könne es vermieden werden, dass sich Personen auf einem Aufenthaltsstatus "ausruhen". Außerdem würden die Integrationsbemühungen anderer mehr zu Tage treten und am Ende eine größere Akzeptanz der Aufnahmegesellschaft herbeiführen.

Julia Moser und Norbert Trosien versicherten, dass sie die angesprochenen Aspekte in die Gespräche mit den entsprechenden Behörden einbringen. Aufgrund der Tatsache, dass sich die Realität der Flüchtlinge in den vergangenen Jahren verändert hat, sei ein Abgleich der gesetzlichen Vorgaben mit dieser Realität unabdingbar.

Hintergrund
Die UN-Generalversammlung hat UNCHR mit dem internationalen Schutz von Flüchtlingen beauftragt. Gemeinsam mit der Weltgemeinschaft arbeitet UNHCR seit seiner Gründung im Jahr 1950 an dauerhaften Lösungen für die Situation von Flüchtlingen. Da die Rahmenbedingungen für den Flüchtlingsschutz weltweit unterschiedlich sind, unterscheiden sich auch die Aufgaben von UNHCR in den einzelnen Ländern. In Deutschland setzt sich das Flüchtlingswerk dafür ein, dass der rechtliche Rahmen und die Praxis der Asylverfahren den Vorgaben der Genfer Flüchtlingskonvention entsprechen.

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